Tarifvertrag chemieindustrie ig bce

Die IG BCE und der Bundesverband der Arbeitgeberverbände Chemie waren mit komplexen Diskussionen in die zweite Runde gestartet, die durch den starken Umsatzrückgang in der Branche in diesem Jahr behindert wurden. Die chemische und pharmazeutische Industrie hat Rekordjahre hinter sich, leidet aber unter Handelskonflikten und einer schwachen industriellen Nachfrage. In der letzten Verhandlungsrunde hatten sich Arbeitgeber und IG BCE auf durchschnittliche Einkommenssteigerungen mit einem Gesamtvolumen von 4,6 Prozent für 15 Monate geeinigt. In Zeiten der Globalisierung und des demografischen Wandels verändert sich das allgemeine Klima für Manager immer schneller, auch für Manager in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Die VAA schließt seit 1992 Sozialpartnerschaftsverträge mit dem Bundesverband der Arbeitgeberverbände Chemie (BAVC), um sich an die neuen Entwicklungen im Arbeitsleben anzupassen. Hans-Carsten Hansen, der die Verhandlungen für BAVC leitete, erklärte in dem oben erwähnten Presseartikel, dass die Sozialpartner eine solide Grundlage für die Sicherung der Beschäftigung in den kommenden Monaten geschaffen hätten. Er betonte die Bedeutung des neuen Fonds für die Unterstützung von Unternehmen und ihren jungen Mitarbeitern. Der Präsident des BAVC, Eggert Voscherau, wies darauf hin, dass die globale Finanz- und Wirtschaftskrise die größte Herausforderung sei, vor der die Sozialpartner in den letzten Jahrzehnten standen. Die neue Tarifrunde hat einmal mehr die konstruktive Zusammenarbeit der Sozialpartner im deutschen Chemiesektor unterstrichen.

Während das Lohnniveau im Chemiesektor gleich bleibt, garantiert der neue Tarifvertrag Pauschalzahlungen in Höhe von 550 € (611 EUR bzw. 715 EUR für Schichtarbeiter und 150 EUR für Auszubildende). Diese mussten bis Juni 2010 bezahlt werden. Die Sozialpartner kamen jedoch überein, die Zahlung flexibel zu behandeln. Das bedeutet, dass Arbeitgeber und Betriebsräte die Zahlungen in Unternehmen in wirtschaftlicher Not auf 300 Euro (333 Euro bzw. 390 Euro für Schichtarbeiter) verschieben oder reduzieren können. In diesem Fall muss ein separater Gesellschaftsvertrag ausgehandelt werden. Arbeitnehmer in Unternehmen, die nicht stark von der Wirtschaftskrise betroffen sind, erhalten einen zusätzlichen Bonus von 200 € (222 € bzw. 260 € für Schichtarbeiter).

Arbeitgeber und Betriebsrat müssen sich darauf einigen, diese Möglichkeit in ihrem Unternehmen auszuüben. Bei Meinungsverschiedenheiten entscheiden die Sozialpartner auf nationaler Ebene. Die Arbeitgeber haben sich mit einer langen Laufzeit von bis zu 29 Monaten zusammengesitzen, die spätestens im März 2022 endet. Sie sprachen auch von leeren Monaten für 2019. “Mit einer außerordentlich langen Lebensdauer und sehr moderaten Gebührenerhöhungen konnten wir unsere wichtigsten Ziele erreichen”, sagte BAVC-Verhandlungsführer Georg Müller. Mit dem längsten Lauf seit 1987 gibt die Vereinbarung Unternehmen eine lange Planungssicherheit. BAVC und IG BCE vereinbarten ferner, die Beschäftigung im Chemiesektor zu sichern, und verabschiedeten einen Maßnahmenkatalog, der vor Entlassungen von Unternehmen zu prüfen ist. Solche Maßnahmen können Kurzarbeit (DE0909029I, DE0904039I) oder die Berufung auf tarifliche Öffnungsklauseln (DE0606019I) umfassen.

Der Arbeitgeber hat konkrete Gründe anzugeben, wenn diese Instrumente nicht berücksichtigt werden, und dem Betriebsrat die Situation zu erläutern. Darüber hinaus werden die Sozialpartner regionale Netzwerke einrichten, um beispielsweise Mitarbeiter von angeschlagenen Unternehmen mit anderen Unternehmen zu beauftragen. Sozialpartnerschaftsabkommen haben sich auch in Fragen, die nicht nur die VAA und BAVC, sondern auch die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie – IG BCE) als Sozialpartner betreffen, als erfolgreiches Instrument erwiesen. Auf diese Weise wurde eine trilaterale Vereinbarung ausgearbeitet, in der die Grundsätze festgelegt werden, die die Beschäftigung in Führungspositionen in der chemischen Industrie definieren. IG BCE-Präsident Michael Vassiliadis betonte in einer Presseerklärung, dass die neue Vereinbarung ein hervorragendes Ergebnis für die Beschäftigten der Branche sei und den unterschiedlichen Bedürfnissen in der Branche gerecht werde.