Verschiedene denkmuster

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Definition von Sprache und Denken in einer Weise, die sowohl den Phänomenen entspricht als auch es ihnen ermöglicht, sowohl zu unterscheiden als auch mit ihnen zu tun zu haben, eine erste Voraussetzung für weitere Untersuchungen ihrer Beziehung ist. Gelegentliche Behauptungen, dass eine solche Unterscheidung ontologisch oder methodisch unmöglich sei, scheinen eher aus starken theoretischen Vorurteilen als aus konzeptioneller Notwendigkeit oder empirischen Beweisen zu stammen. Ein klassischer Einwand gegen die Möglichkeit, die Frage des sprachlichen Einflusses auf das Denken konsequent zu stellen, besteht darin, die These zurückzuweisen, dass letzteres ohne Sprache sogar existieren könnte. Philosophen, spätestens seit Humboldt (der schrieb: “… die Idee wird geboren, wird zum Objekt und kehrt, als solche neu wahrgenommen, in den subjektiven Geist zurück. Dafür ist Sprache unvermeidlich”, zitiert und übersetzt von Zinken, 2008, fn. 10), oft zu einer so radikalen Position geneigt, was impliziert, dass wir ohne Sprache gedankenlos oder gar sinnlos wären. Während diese Ansicht immer noch ihre Vorkämpfer unter den Philosophen hat (Dennett, 1991; Macphail, 1998), ist es schwieriger, es in der Psychologie oder den Sprachwissenschaften vertreten zu finden. Dennoch scheinen einige Forscher, die Humberto Maturana (z.B. Maturana, 1988), die die Rolle der Sprache (oder Dasern) für die “Konstruktion der Realität” besonders stark betonten, eine Version dieser Ansicht zu akzeptieren: Zitat: Zlatev J und Blomberg J (2015) Sprache kann in der Tat das Denken beeinflussen. Vorder-. Psychol. 6:1631.

doi: 10.3389/fpsyg.2015.01631 Die beiden damit verbundenen Fragen, ob und wie Sprache den Geist beeinflusst, gehen zurück in den Anbruch des kontemplativen Denkens. Da Denken und Sprache eng miteinander verbunden sind, wurde oft eine Art enge Beziehung zwischen den beiden angenommen. Die immer wiederkehrende Debatte mit oszillierenden Tendenzen war, ob es vor allem angenommen wird, dass die Sprache beeinflusst, oder umgekehrt (Zlatev, 2008a). Die These, dass Sprache eine nicht unvernachlässigbare Wirkung auf das Denken hat, kombiniert mit der Behauptung, dass Sprachen nicht trivial verschieden sind, wurde allgemein als “Sapir-Whorf-Hypothese” bezeichnet. Dies ist ein ziemlich irreführendes Etikett, das Von Carroll (1956) im Vorwort zu der bekannten Sammlung von Papieren von Benjamin Lee Whorf Language, Thought and Reality eingeführt wurde. Tatsächlich handelte es sich bei der ursprünglichen Idee nicht um eine empirische Hypothese, sondern um das, was wir heute ein “Forschungsprogramm” nennen würden, und sein Hauptmotor war Whorf. Nach 60 Jahren im Nachhinein können wir nun feststellen, dass nach einer längeren Periode wissenschaftlichen Misstrauens das, was Whorf (1956, S. 213) das Prinzip der sprachlichen Relativitätstheorie nannte, in der interdisziplinären Forschung der letzten zwei Jahrzehnte (Lucy, 1992, 1997; Pederson, 1995; Gumperz und Levinson, 1996; Slobin, 1996; Boroditsky, 2001; Gentner und Goldin-Meadow, 2003; Levinson, 2003; Casasanto et al., 2004; Majid et al., 2004; Casasanto, 2008; Casasanto und Boroditsky, 2008; Boroditsky und Gaby, 2010; Wolff und Holmes, 2011; Lupyan, 2012). Casasanto, D., Boroditsky, L., Phillips, W., Greene, J., Goswami, S., Bocanegra-Thiel, S., et al. (2004). “Wie tief sind die Auswirkungen der Sprache auf das Denken? Zeitschätzung in Dendatoren von Englisch, Indonesisch, Griechisch und Spanisch”, in Proceedings of the 26h Annual Conference Cognitive Science Society, eds K.

Forbus, D. Gentner, and T. Regier (Hillsdale, NJ: Lawrence Erlbaum), 575–580.